Der Gründonnerstag
Es war “Leonardo Da Vinci” der das weltbekannte “letzte Abendmal” in künstlerischer Manier grafisch umzusetzen wusste. Doch wissen viele Menschen der heutigen Zeit, im Jahr 2012 nicht, welche hoch heiligen Festlichkeiten sich anschliessen.
Das Gemälde zeigt Jesus von Nazareth umgeben von den zwölf Aposteln (Bartholomäus, Jakobus, Andreas, Judas, Petrus, Johannes, Thomas, Jakobus (der ältere), Philippus, Matthäus, Thaddäus und Simon, v.l.n.r.) während seines letzten Abendmahls, vor seiner Kreuzigung auf dem Ölberg.
Es ist der fünfte Tag der Karwoche, der Gründonnerstag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, dem letzten Sonntag der vierzigtägigen Fastenzeit, und dem geschichtlichen Einzug Jesus nach Jerusalem. Montag, Dienstag und Mittwoch werden als stille Tage bezeichnet. An jenen Tagen wird dem Leid Jesus gedacht.
Das Abendmahl am Gründonnerstag gilt auch als Gedächtnistag für die Einsetzung der Eucharistie (Danksagung) durch Jesus Christus. Auf Grund des eigentlichen Charakters des Kartage war die volle Prachtentfaltung, so wie wir Sie im neuen Jahrtausend oder in diesem Jahr 2012 erfahren, verboten, da Sie Tage der Trauer und des Mitvollzugs der Passion-Christi seien. Den Wandel von den ursprünglichen Riten zu dem heutigen Ritus, durch das Reichen von Brot und Wein, ist im Mittelalter während des 4. Lateranzkonzil abgesegnet worden. Es war Papst Innozenz III. der die “Deklaration der Wandlung beim Sakrament des Abendmahls” beschloss. Es wurde auf Grund der hoch gewünschten Realpräsenz (Leib und Blut Christi) eingefordert. Das weniger Prachtvolle, jedoch hoch eucharistische Fronleichnamsfest am zweiten Donnerstag nach Pfingsten soll hingegen die Gedanken an das Leid Jesus Christus auf spiritueller Ebene vertiefen und steht daher in direkter Verbindung mit dem Gründonnerstag.
Das Wort Grün-Donnerstag hat verschieden Ursprünge, wie zum Einen nach Lukas 23,31 virides, in dem vergebene Büßer als “grün Holz” wieder kehren.
Eine weitere Herleitung entsteht aus der Annahme, dass es im 14 Jahrhundert Brauch gewesen war, an jenen Tagen vermehrt grünes Gemüse zu sich zu nehmen, wie Salat, Grünkohl, Rosenkohl und verschiedene Kräuter. Es wurde angenommen, dass man sich so immunologisch für das restliche Jahr stärkt.
Es besteht aber auch die Option der Volksetymologie (historische Wortbildungsprozesse) da hieß der Gründonnerstag “grîn donerstac”. Der Gründonnerstag war seit je her ein tag für die Büßer und da jene “grînend” durch die Strassen liefen und dabei den Mund verzogen. Daher liegt eine Wortneuschöpfung nicht fern. hinzu kommt der Fakt, dass die Farbe Grün für Hoffnung steht, was für einen Wechsel der Bezeichnung sprechen würde.
Zum Brauchtum am Gründonnerstag gehört das Essen von grünem Gemüse, sowie das Bestellen von Feldern und Gärten. Doch auch die heut geliebten gefärbten Eier haben Ihren Hintergrund. Ursprünglich wurden die am Gründonnerstag gelegten Eier am Ostersonntag geweiht und anschliessend unter Familienmitgliedern verteilt und gegessen. Die Reste wurden, die Schale wurde verbrannt. Das Essen der Eier sollte vor diversen Leiden bewahren.
2012 fällt der Gründonnerstag auf den 5 April. Und auch dieses Jahr 2012 wird der Gründonnerstag mit dem Abendgebet (Vesper) begonnen und das Abendmahl gereicht. Es schliessen sich die großen Kartage an, welche durch den päpstlichen Segen “Urbi et Orbi” gesegnet werden. Auch 2012 Wird Papst Benedikt XVI wieder seinen apostelischen Segen in die Welt hinaus tragen. Der Gründonnerstag hat es auch im Jahr 2012 noch nicht zu einem gesetzlichen Feiertag anerkannt worden, wie er es in anderen Länder der Welt (Dänemark, Peru, Argentinien) bereits ist.